Rente mit 89: Arbeitgeber bietet schon mal Homeoffice auf dem Friedhof an
Der Laptop hält durch. Der Mitarbeiter ist noch in Prüfung.

Im fiktiven Betrieb Dauerlauf & Söhne ist die Debatte über längeres Arbeiten endlich konstruktiv geworden. Statt über ein Rentenalter zu streiten, hat die Personalabteilung eine Stelle geschaffen, die sich vollständig mit der Ewigkeit vereinbaren lässt. "Wir denken Arbeit vom Menschen her", erklärt die erfundene Personalchefin Vera Weiter. "Deshalb kann sein Aufenthaltsort künftig ziemlich flexibel sein."
Die Ausschreibung verlangt Belastbarkeit, Teamgeist und die Bereitschaft, auch nach dem letzten Lebensabschnitt noch kurz in ein Meeting zu kommen. Eine Grabpflege-Flatrate gehört zum Benefits-Paket. Der Obstkorb bleibt im Büro, damit die Unternehmenskultur nicht verwässert. Wer sich wegen eingeschränkter Erreichbarkeit Sorgen macht, erhält einen WLAN-Repeater in geschmackvollem Granit.
Der Betriebsrat hat Verbesserungen ausgehandelt: Für die Trauerfeier wird eine bezahlte halbe Stunde gewährt, sofern sie nicht mit dem täglichen Stand-up kollidiert. Hinterbliebene dürfen den Account übernehmen, müssen aber zunächst die verpflichtende Datenschutzschulung absolvieren. "Das ist doch eine echte Generationenlösung", heißt es aus der Personalabteilung.
Der 62-jährige Mitarbeiter Udo Feierabend hat vorsorglich seinen Urlaubsantrag für 2053 eingereicht. Er wurde abgelehnt. Im System steht: "Zu weit im Voraus." Sein Rentenantrag wurde aus demselben Grund abgelehnt.