Baustellenkegel bekommt Festanstellung: Ist länger am Bahnhof als alle Mitarbeiter
Er kennt die Abläufe. Vor allem die, die nicht stattfinden.

Der orangefarbene Kegel am fiktiven Bahnhof Dauerstedt wird übernommen. Nach jahrelanger Tätigkeit sei er aus dem Betrieb nicht mehr wegzudenken, sagt die erfundene Stationsleiterin Ina Sperre. "Er hat mehr Standorterfahrung als die gesamte Führungsebene."
Der Kegel beginnt als Beauftragter für Perspektivwechsel. Er wird täglich ein kleines Stück nach links gerückt, damit Reisende Fortschritt erkennen. Dafür erhält er ein Namensschild und eine Warnweste in seiner eigenen Farbe.
Die Kollegen loben seine Arbeitsmoral. Er komme nie zu spät, mache keine Pause und halte schlechte Nachrichten geräuschlos aus. Als einzige Schwäche nennt die Personalakte: "Neigt dazu, im Weg zu stehen." Das gilt im Infrastrukturmanagement als Kernkompetenz. Zum Jubiläum bekommt er eine goldene Absperrkette. Eine Feier entfällt: Der Veranstaltungsraum liegt hinter ihm.